Wenn es Morgens beim Aufstehen noch dunkel ist und wir Schal und Mütze anziehen, um vor die Tür zu gehen, ist er wieder da – der Winter! Eine Jahreszeit, die viele von uns Reitern sicherlich gerne streichen würden und trotzdem kommt er immer schneller als einem lieb ist. Im Stall laufen die Schermaschinen auf hochtouren, man steht wieder vor dem ewigen Winterdeckenfiasko und in der Reithalle drängeln sich die Berufstätigen nach Feierabend.

Kein Grund sich auf der Couch zu verkriechen!

Wir zeigen dir, wie du Licht in die dunkle Jahreszeit bringst, um gesund, fit und bestens vorbereitet in den Frühling zu starten.

1. Abwechslung gegen den Reithallenkoller

Abwechslung ist das A und O, um den Trainingsalltag etwas aufzulockern.

Neue Reize tun nicht nur dem Reiter gut, sie fördern auch beim Pferd die Konzentration und Motivation. Statt fleißig Dressurlektionen zu üben, einfach mal neue Wege im Gelände erkunden. Besonders spannend ist es, die gerittene Strecke mit der PacerApp aufzunehmen und anschließend zu Hause, bei einer heißen Tasse Tee, revue passieren zu lassen. 

Auch Stangengymnastik, Cavalettitraining, Doppellonge oder Bodenarbeit sorgen für gern gesehene Abwechslung. Lehrgänge sind eine tolle Möglichkeit sich gezielt an neue Aufgaben zu wagen, man kommt mal raus und kann ganz neue Seiten des Trainings für sich entdecken.

2. Richtiges Aufwärmen

Kalte Muskeln sind weniger elastisch, deshalb hat richtiges Aufwärmen, gerade im Winter, allerhöchste Priorität, um Verletzungen vorzubeugen. Besonders bei alten Pferden merkt man, dass sie im Winter mehr Anlaufzeit benötigen. Ein guter Grund, das Ganze etwas gelassener anzugehen. Aber wie? Die Aufwärmphase zeichnet sich vor allem durch langes Schrittreiten aus, lieber zu lange als zu kurz, versuche 20 min Schritt zu reiten. Mit der PacerApp lässt sich die Schrittdauer der Aufwärmphase ganz einfach und objektiv überprüfen. 

Auch Dehnungsübungen vor dem Reiten können in der Aufwärmphase eingesetzt werden. Stelle dich neben das Pferd und versuche mit einem Leckerlie eine Dehnung des Halses nach links unten (rechts unten) zu erarbeiten. Für eine Dehnung der Oberlinie muss das Pferd den Kopf nach unten zum Huf führen, die Hals- und Rückenmuskulatur wird durch eine Bewegung des Kopfes nach unten und vorne gedehnt (das Pferd muss dabei stehen bleiben).

Das Ganze gilt natürlich nicht nur für dein Pferd, auch du solltest dich vor dem Reiten aufwärmen. Wie wäre es, die ersten 5 min selbst zügigen Schrittes zu führen? Nutze vor dem Aufsteigen die Aufstiegshilfe, um dich zu dehnen. Stelle dich zum Beispiel mit den Zehenspitzen auf die untere Stufe und dehne die Ferse nach unten. Wenn du aufgesessen bist, strecke die Arme aus und drehe den Oberkörper einmal nach links und nach rechts, dabei bleibt die Hüfte gerade. Versuche anschließend mit deiner linken Hand deine rechte Fußspitze (dasselbe auch mit rechts) zu berühren. Fühlst du einen Unterschied beim Reiten?

3. Einen Plan haben

Nutze die Zeit am Sonntagabend, um einen Trainingsplan für die kommende Woche zu entwickeln. Festgesteckte Ziele motivieren dich, sie auch einzuhalten. Verabrede dich zum gemeinsamen Training mit einer Freundin, dann hast du keine faule Ausrede mehr.

Foto: Katharina Dose

4. Wellnesstage

So stärkst du die Bindung zu deinem Pferd. 

Für viele ist gründliches Putzen bloß ein Mittel zum Zweck, doch dahinter steckt so viel mehr. Eine ausgedehnte Massage ahmt die Fellpflege unter Pferden nach und ist wichtig für die soziale Bindung zu deinem Pferd. Beobachte dein Pferd dabei, so kannst du herausfinden, an welchen Körperstellen es besonders angenehm oder unangenehm ist, welche Druckintensität oder welche Bürste es mag. Viele Pferde bevorzugen Stellen, an denen sie selbst schlecht ankommen, wie hinter den Ohren, die Innenseite der Flanke, oder mittig unterm Bauch. Hierbei gilt: “Probieren geht über studieren!”. Lass dir genug Zeit, um verschiedene Variationen auszuprobieren.

Für ein schönes Wellnessprogramm eignen sich auch Solarium und Magnetfelddecke. Letztere revitalisiert die Zellen und fördert die Durchblutung im Gewebe. Entspannung und Erholung der Muskulatur werden dadurch gefördert. Bevor du in eine eigene Magnetfelddecke investierst, frage bei Freunden aus dem Stall, ob du dir ihre Decke einmal leihen kannst. So kannst du vorab testen ob, und wie dein Pferd diese annimmt.

5. Der Kälte trotzen

Der Zwiebellook macht es möglich.

Die richtige Kleidung ist im Winter besonders wichtig. Sie sollte vor Regen und Schnee schützen, wärmen, einfach an- und auszuziehen sein. Gegen einen kalten Kopf unterm Reithelm, insbesondere beim Ausreiten, helfen spezielle Unterziehmützen für Helme.

Auch für das Pferd kann man viele winterliche Situationen angenehmer gestalten. Um das sensible Pferdemaul zu schützen, sollten Gebisse vor dem Reiten angewärmt werden, (!) mache immer den Fühltest, denn genauso unangenehm wie ein zu kaltes, ist ein zu heißes Gebissstück.

Sollten die Bodenverhältnisse dafür sorgen, dass sich die Zeit in der Box verlängert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dein Pferd zu beschäftigen. Äste zum knabbern werden von vielen Pferden als willkommene Abwechslung angenommen. Frage bei euch im Stall, ob jemand einen Obstbaum im Garten hat, die Äste von Apfel-, Pflaum- oder Birnbäumen eignen sich beispielsweise für Pferde (bei Obstbäumen ist es wichtig, dass diese nicht gespritzt sind). Alternativ eignen sich auch Weiden- und Birkenäste. Natürlich gibt es noch andere Arten, die sich eignen, jedoch auch unverträgliche oder sogar giftige Bäume.  Solltest du dir unsicher sein, ziehe einen Experten zu rate und informiere dich vorab gut.

Natürliche Salzlecksteine und spezielle Spielzeuge für Pferde, wie Spiel- und Futterbälle, können ebenfalls Abhilfe gegen Langeweile schaffen.

Quelle: pixabay

Wir hoffen, dass unsere 5 Tricks dir & deinem Pferd helfen motiviert durch den Winter zu kommen. Euch hat unser Artikel gefallen? Dann schreib uns gerne in den Kommentaren, auch Anregungen und Feedback sind immer willkommen. Und nun heißt es: “Handy weglegen, rein in die Klamotten und los gehts!”. Viel Spaß!