Giftpflanzen für Pferde – Welche Pflanzen sind gefährlich?

Man will das schöne Wetter genießen, macht einen Spaziergang mit seinem Pferd oder auch einen Ausritt und schon ist es passiert: Das Pferd frisst etwas. Doch sind die gerade verspeisten Pflanzen überhaupt für mein Pferd geeignet oder handelt es sich gar um eine Giftpflanze? 

Giftpflanzen – Jeder Reiter hat das Thema mindestens einmal im Theorieunterricht behandelt, doch wer erinnert sich schon alle und das vor allem in einer Stresssituation.

Warum sind Giftpflanzen für Pferde gefährlich?

Giftpflanzen enthalten Inhaltsstoffe, die beim Verzehr giftig sind. Die Höhe der Toxizität einer Pflanze hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier gilt, die Dosis macht das Gift. Die Dosis, der in der Pflanze vorhandenen Toxine, hängt unter anderem von Düngung, Jahreszeit und Witterung ab. 

Die Gifte, die in einer Giftpflanze enthalten sind, lassen sich in verschiedene Stoffgruppen einteilen. Hier gibt es die Alkaloide und Enzyme, sowie Hormone, Nitrate, Oxalsäuren, Proteine, Saponine, Terpene und Terpenderivate.

Alkaloide – Diese Stoffe zeichnen sich durch einen bitteren Geschmack aus. Sie können in verschiedenen Formen in den Pflanzen vorkommen und in höheren Dosen zu Vergiftungen führen. Jedoch können sie auch in der richtigen Menge als Medikament eingesetzt werden.

Enzyme – In jedem Organismus sind Enzyme essentiell für den Stoffwechsel. Sie beeinflussen durch biochemische Reaktionen die Funktionen des Körpers und halten diesen damit am Laufen. Doch auch hier führt eine erhöhte Dosis zur Vergiftung. So führt zum Beispiel das Enzym Thiaminase zur Zerstörung von Vitamin B1, welches für den Stoffwechsel unverzichtbar ist.  

Hier sieht man ein Pferd, dass keine Giftpflanze isst.

Welche Giftpflanzen sind für mein Pferd besonders gefährlich?

Unter den für Pferde giftige Pflanzen gibt es welche, die giftiger sind als andere. Aus diesem Grund sollte man das unkontrollierte Fressen von Pflanzen auf Ausflügen verhindern.

Achtung! – Auch im Heu können Giftpflanzen vorhanden sein. Hier liegt die besondere Gefahr darin, dass durch die Trocknung der typische Geschmack verloren geht und das Pferd dadurch die Giftpflanze nicht mehr erkennt und sie nicht aussortieren kann. Aus diesem Grund sollte man beim Heu darauf achten, dass keine Pflanzen wie Adlerfarn, Adonisröschen, Kreuzkraut, Johanniskraut und Herbstzeitlose im Heu zu finden sind.

An dieser Stelle haben wir für euch einige sehr gute Websites zusammengesucht damit ihr euch dort in Ruhe informieren könnt: 

Welche Symptome kann mein Pferd bei einer Vergiftung zeigen?

Die Symptome, die durch eine Vergiftung mit einer Giftpflanze hervorgerufen werden, sind so vielfältig wie die Anzahl der Pflanzen selbst. Wir haben für euch hier einmal die wichtigsten zusammengestellt:

  • Starkes Schwitzen
  • Atemnot
  • Ungewöhnlicher Speichelfluss bis zu Schaum vorm Maul
  • Zittern bis hin zu Krämpfen
  • Erweiterte Pupillen
  • Kolik
  • Durchfall

Weiteres Material:

Wenn das Pferd keine Giftpflanze frisst

© hoovesandpaws.photography

Mein Pferd zeigt Vergiftungssymptome – Was nun?

Das wichtigste ist erst einmal: Ruhe bewahren! 

Gibt es einen begründeten Verdacht auf eine Vergiftung mit Giftpflanzen? Wenn ja, sollte der Tierarzt umgehend angerufen werden. Am Besten ist es, wenn die Pflanze, die im Verdacht steht die Vergiftung verursacht zu haben, aufbewahrt wird, um diese dem Tierarzt zu zeigen. Bis der Tierarzt da ist, sollte das Pferd möglichst nichts mehr fressen und möglichst viel trinken. Um die Verletzungsgefahr bei möglichen Krampfanfällen, die durch eine Giftpflanze hervorgerufen werden können, zu verringern ist es von Vorteil, wenn die Box so gut wie möglich mit Einstreu ausgepolstert wird.

Was kann ich zur Prävention tun?

Ein wichtigen Beitrag zur Prävention kann man dadurch leisten, dass man sein Wissen über Giftpflanzen regelmäßig auffrischt. Wem das alleine zu langweilig wird, kann sich auch einfach Freunde aus dem Stall schnappen und mit diesen die Giftpflanzen wiederholen – so hat man nicht nur selbst etwas davon sondern macht auch für dieses Thema sensibel. 

Ein weiterer wichtiger Punkt der Prävention ist es die Koppeln und das Stallgelände regelmäßig nach Giftpflanzen abzusuchen und gefundene Pflanzen sofort samt Wurzel zu entfernen. Desto mehr Reiter im Stall bescheid wissen umso sicherer wird das Vereinsgelände. 

 

Hattest du schon mal ein Problem mit Vergiftungen bei deinem Pferd und könntest du die ein oder andere Giftpflanze erkennen? Schreibt es uns doch einfach mal in die Kommentare!