Einträge von Friederike Schinkel

Die Qual der Wahl – warum dir dein Bauchgefühl beim Eindecken nicht weiterhilft!

Winterzeit ist Deckenzeit

Beachtet man die ganzen Artikel, Blogs oder Stallgespräche zu diesem Thema, die derzeit gehäuft auftauchen, könnte man das zumindest denken. Sicherlich erreicht die Zahl der eingedeckten Pferde im Winter ihren Höhepunkt. Jedoch spielen verschiedene Decken heutzutage das ganze Jahr über eine Rolle. Im Winter kommen Stalldecken oder Winterdecken, im Sommer Fliegendecken oder Ekzemerdecken und Regendecken kommen zu den verschiedensten Jahreszeiten zum Einsatz.

Foto: Katharina Dose

Foto: Katharina Dose

Foto: Katharina Dose

Foto: Katharina Dose

Doch welchen Einfluss hat das Eindecken eigentlich auf das Wohlbefinden des Pferdes?
Wir zeigen dir, was du unbedingt im Hinterkopf behalten solltest, wenn du dein Pferd eindeckst.

Warum decken wir unsere Pferde überhaupt ein?

Jede Decke hat eine bestimmte Funktion, die dein Pferd im richtigen Moment unterstützen kann. Im Winter spielt vor allem das Wetter eine große Rolle bei der Wahl der richtigen Decke. Kälte, vermehrter Niederschlag oder Wind, davor sollen Winterdecken schützen.

Eindecken oder nicht?

Regendecke oder doch lieber die 200-Gramm-Decke?

Was für eine Decke brauche ich, wenn mein Pferd geschoren ist?

Fragen über Fragen, die einen manchmal ganz schön zum Verzweifeln bringen können.

Eine interessante Beobachtung ist, dass viele sich bei der Wahl der richtigen Decke ausschließlich Gedanken machen, ob das Pferd frieren könnte. Dieser Gedanke ist womöglich im menschlichen Empfinden verankert. Häufig wird nicht beachtet, dass die Thermoneutralzone (TNZ) sich von Art zu Art, wie beispielsweise zwischen Pferden, Hunden oder Schweinen, unterscheiden. Die Thermoneutralzone wird auch Behaglichkeitsbereich genannt und beschreibt den Temperaturbereich, in dem sich ein Lebewesen in Bezug auf die Umgebungstemperatur wohlfühlt, da die erzeugte Wärme konstant bleibt und weder Energie für mehr Wärme oder Abkühlung aufgebracht werden muss. Betrachtet man die Thermoneutralzone (TNZ) eines Menschen, welche ca. zwischen 25-32 °C (unbekleidet) liegt, kann man feststellen, dass ein Mensch ohne Kleidung bereits bei ca. unter 25 °C anfängt zu frieren und somit mehr Wärme produzieren muss. Bei Pferden hingegen liegt die TNZ in etwa zwischen -15 bis 25 °C. Das bedeutet, Pferde haben eine deutlich höhere Toleranz gegenüber Kälte, als gegenüber Hitze. In unserer Klimazone ist Pferden somit tendenziell im Sommer eher zu warm, als dass sie im Winter frieren. Verlässt man sich beim Eindecken also auf sein eigenes Temperaturempfinden, fällt die Wahl schnell mal auf eine sehr warme Decke. Aber Achtung, denn auch eine Überhitzung kann für das Pferd eine massive Belastung sein und zum Beispiel zu Kreislaufstörungen bis hin zu Kreislaufversagen führen.

Vergiss daher nie, dass mit einer Decke die natürliche Thermoregulation des Pferdes beeinflusst werden kann.

Kim Hodgess, einer Masterstudentin aus England, hat sich dem Thema angenommen und die Wirkung verschiedener Pferdedecken auf die Körpertemperatur des Pferdes untersucht. In ihrer Studie wurden Pferde die eine Ekzemerdecke, eine Fleecedecke, eine leichte Stalldecke und Pferde die keine Decke trugen, hinsichtlich ihrer Oberflächentemperatur miteinander verglichen. Für die Messung wurde an jedem Pferd ein Temperatursensor im Bereich an der Hüfte angebracht, welcher die Oberflächentemperatur misst. Zusätzlich wurde die Umgebungstemperatur erfasst, um hinterher die Veränderungen bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen nachvollziehen zu können. Die Studie zeigte einen Temperaturanstieg der Oberflächentemperatur, die Temperatur, die an der Oberfläche des Pferdes messbar ist (sie ist nicht mit der Körperkerntemperatur gleichzusetzen), von 4,2 °C bei Pferden mit einer Ekzemerdecke, von 11,2 °C bei Pferden mit einer Fleecedecke und von 15,8 °C bei Pferden die eine leichte Stalldecke trugen. Bei einer Umgebungstemperatur von 4-5°C hatten vier der eingedeckten Pferde eine Oberflächentemperatur von 24-30 °C während die nicht eingedeckten Pferde eine Oberflächentemperatur von 12,5-18,5 °C hatten. Die Ergebnisse konnten zeigen, dass bei eingedeckten Pferden ein deutlicher Anstieg der Oberflächentemperatur, sogar über die für Pferde angenehmen Temperaturen, auftreten kann. Die natürliche Thermoregulation wird gestört, indem die Pferde nun einen Wärmeausgleich, mit einhergehendem Energieverlust, schaffen müssen, welcher normalerweise nicht aufgetreten wäre.
Natürlich ist der Einsatz von Decken in vielen Situationen durchaus sinnvoll, wichtig ist dabei, dass hier individuell auf das Pferd abgestimmt wird, welche Decke die richtige ist. Faktoren wie Alter, Größe, Temperament, Rasse, Haltungsform, eine Schur beeinflussen die Wahl der richtigen Decke.

Foto: Friederike Schinkel

Foto: Friederike Schinkel

Zum Beispiel stehen Pferde im Stall häufig windgeschützter als im Offenstall. Pferde die keine Möglichkeit haben sich auf der Weide unter zu stellen, können durch eine Regendecke vor Dauerregen zusätzlich geschützt werden. Ist dein Pferd geschoren, so ist die Thermoregulation besonders an den geschorenen Stellen verändert. Da Fell , neben der Fettschicht und der Durchblutung, eine Teilmaßnahme der Thermoregulation ist, kann hier eine Decke das fehlende Fell ausgleichen und somit die Thermoregulation unterstützen.

Merke: Hast du dich einmal fürs Eindecken entschieden, musst du auch dabei bleiben, zumindest für diesen Winter, da die Thermoregulation bei eingedeckten Pferden nicht trainiert wird.

Behalte immer im Hinterkopf, dass die Thermoneutralzone deines Pferdes nicht deiner eigenen entspricht! Auch wenn du selber vielleicht gerade frierst, kann es sein, dass dein Pferd sich gerade so richtig wohlfühlt. Wenn du dir unsicher bist, welche Decke bei welchem Wetter geeignet ist und lieber auf Nummer sicher gehen willst, versuch es doch mal mit einem Deckensensor. Dieser zeigt dir die Temperatur und Feuchtigkeit unter der Decke an und kann dich in deiner Entscheidung, welche Decke gerade die richtige ist, unterstützen. Verschiedene Firmen stellen diese Deckensensoren bereits her, unter anderem Horseware (Horsepal) und Arioneo (Orscana) Ansonsten kann man nur sagen, weniger ist oft mehr!

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Wunderwaffe Stangengymnastik – neue Übungen für ein effektives und abwechslungsreiches Wintertraining.

 

Stangentraining wird oft zu unrecht stiefmütterlich behandelt. Wieso sollte man auch wieder zurück zur Basis gehen, wenn man längst richtig springt?

Sätze wie: “Stangentraining ist nur was für Anfänger!”, hat bestimmt jeder schon einmal gehört.

Doch ÜBERRASCHUNG: Stangentraining ist für jeden relevant, der sein Pferd vielseitig gymnastizieren will! Ganz gleich auf welchem Niveau du bereits reitest, ob du Dressur- oder Freizeitreiter bist. Für jedes Pferd und jeden Reiter ist Stangentraining eine willkommene und gymnastizierende Abwechslung.

Warum du Stangengymnastik in dein Training integrieren solltest:

  • es ist eine hervorragende Lösungsarbeit
  • die Hinterhandtätigkeit wird verbessert und die Rückenmuskulatur wird gestärkt
  • es bringt Abwechslung in die Winterarbeit

Du bekommst nicht genug von Stangenübungen?

Wir haben zahlreiche weitere Stangenübungen für euch. Auch Dressur-, Spring- und Longierübungen könnt ihr bei uns finden!

Hier gelangst du zu den Übungen!

Aufmerksamkeit-ÜbungSprungreihe Gymnastik

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Bye bye Winterblues – 5 einfache Tricks, wie du und dein Pferd dem Winter die kalte Schulter zeigen!

Wenn es Morgens beim Aufstehen noch dunkel ist und wir Schal und Mütze anziehen, um vor die Tür zu gehen, ist er wieder da – der Winter! Eine Jahreszeit, die viele von uns Reitern sicherlich gerne streichen würden und trotzdem kommt er immer schneller als einem lieb ist. Im Stall laufen die Schermaschinen auf hochtouren, man steht wieder vor dem ewigen Winterdeckenfiasko und in der Reithalle drängeln sich die Berufstätigen nach Feierabend.

Kein Grund sich auf der Couch zu verkriechen!

Wir zeigen dir, wie du Licht in die dunkle Jahreszeit bringst, um gesund, fit und bestens vorbereitet in den Frühling zu starten.

1. Abwechslung gegen den Reithallenkoller

Abwechslung ist das A und O, um den Trainingsalltag etwas aufzulockern.

Neue Reize tun nicht nur dem Reiter gut, sie fördern auch beim Pferd die Konzentration und Motivation. Statt fleißig Dressurlektionen zu üben, einfach mal neue Wege im Gelände erkunden. Besonders spannend ist es, die gerittene Strecke mit der PacerApp aufzunehmen und anschließend zu Hause, bei einer heißen Tasse Tee, revue passieren zu lassen. 

Auch Stangengymnastik, Cavalettitraining, Doppellonge oder Bodenarbeit sorgen für gern gesehene Abwechslung. Lehrgänge sind eine tolle Möglichkeit sich gezielt an neue Aufgaben zu wagen, man kommt mal raus und kann ganz neue Seiten des Trainings für sich entdecken.

2. Richtiges Aufwärmen

Kalte Muskeln sind weniger elastisch, deshalb hat richtiges Aufwärmen, gerade im Winter, allerhöchste Priorität, um Verletzungen vorzubeugen. Besonders bei alten Pferden merkt man, dass sie im Winter mehr Anlaufzeit benötigen. Ein guter Grund, das Ganze etwas gelassener anzugehen. Aber wie? Die Aufwärmphase zeichnet sich vor allem durch langes Schrittreiten aus, lieber zu lange als zu kurz, versuche 20 min Schritt zu reiten. Mit der PacerApp lässt sich die Schrittdauer der Aufwärmphase ganz einfach und objektiv überprüfen. 

Auch Dehnungsübungen vor dem Reiten können in der Aufwärmphase eingesetzt werden. Stelle dich neben das Pferd und versuche mit einem Leckerlie eine Dehnung des Halses nach links unten (rechts unten) zu erarbeiten. Für eine Dehnung der Oberlinie muss das Pferd den Kopf nach unten zum Huf führen, die Hals- und Rückenmuskulatur wird durch eine Bewegung des Kopfes nach unten und vorne gedehnt (das Pferd muss dabei stehen bleiben).

Das Ganze gilt natürlich nicht nur für dein Pferd, auch du solltest dich vor dem Reiten aufwärmen. Wie wäre es, die ersten 5 min selbst zügigen Schrittes zu führen? Nutze vor dem Aufsteigen die Aufstiegshilfe, um dich zu dehnen. Stelle dich zum Beispiel mit den Zehenspitzen auf die untere Stufe und dehne die Ferse nach unten. Wenn du aufgesessen bist, strecke die Arme aus und drehe den Oberkörper einmal nach links und nach rechts, dabei bleibt die Hüfte gerade. Versuche anschließend mit deiner linken Hand deine rechte Fußspitze (dasselbe auch mit rechts) zu berühren. Fühlst du einen Unterschied beim Reiten?

3. Einen Plan haben

Nutze die Zeit am Sonntagabend, um einen Trainingsplan für die kommende Woche zu entwickeln. Festgesteckte Ziele motivieren dich, sie auch einzuhalten. Verabrede dich zum gemeinsamen Training mit einer Freundin, dann hast du keine faule Ausrede mehr.

Foto: Katharina Dose

4. Wellnesstage

So stärkst du die Bindung zu deinem Pferd. 

Für viele ist gründliches Putzen bloß ein Mittel zum Zweck, doch dahinter steckt so viel mehr. Eine ausgedehnte Massage ahmt die Fellpflege unter Pferden nach und ist wichtig für die soziale Bindung zu deinem Pferd. Beobachte dein Pferd dabei, so kannst du herausfinden, an welchen Körperstellen es besonders angenehm oder unangenehm ist, welche Druckintensität oder welche Bürste es mag. Viele Pferde bevorzugen Stellen, an denen sie selbst schlecht ankommen, wie hinter den Ohren, die Innenseite der Flanke, oder mittig unterm Bauch. Hierbei gilt: “Probieren geht über studieren!”. Lass dir genug Zeit, um verschiedene Variationen auszuprobieren.

Für ein schönes Wellnessprogramm eignen sich auch Solarium und Magnetfelddecke. Letztere revitalisiert die Zellen und fördert die Durchblutung im Gewebe. Entspannung und Erholung der Muskulatur werden dadurch gefördert. Bevor du in eine eigene Magnetfelddecke investierst, frage bei Freunden aus dem Stall, ob du dir ihre Decke einmal leihen kannst. So kannst du vorab testen ob, und wie dein Pferd diese annimmt.

5. Der Kälte trotzen

Der Zwiebellook macht es möglich.

Die richtige Kleidung ist im Winter besonders wichtig. Sie sollte vor Regen und Schnee schützen, wärmen, einfach an- und auszuziehen sein. Gegen einen kalten Kopf unterm Reithelm, insbesondere beim Ausreiten, helfen spezielle Unterziehmützen für Helme.

Auch für das Pferd kann man viele winterliche Situationen angenehmer gestalten. Um das sensible Pferdemaul zu schützen, sollten Gebisse vor dem Reiten angewärmt werden, (!) mache immer den Fühltest, denn genauso unangenehm wie ein zu kaltes, ist ein zu heißes Gebissstück.

Sollten die Bodenverhältnisse dafür sorgen, dass sich die Zeit in der Box verlängert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dein Pferd zu beschäftigen. Äste zum knabbern werden von vielen Pferden als willkommene Abwechslung angenommen. Frage bei euch im Stall, ob jemand einen Obstbaum im Garten hat, die Äste von Apfel-, Pflaum- oder Birnbäumen eignen sich beispielsweise für Pferde (bei Obstbäumen ist es wichtig, dass diese nicht gespritzt sind). Alternativ eignen sich auch Weiden- und Birkenäste. Natürlich gibt es noch andere Arten, die sich eignen, jedoch auch unverträgliche oder sogar giftige Bäume.  Solltest du dir unsicher sein, ziehe einen Experten zu rate und informiere dich vorab gut.

Natürliche Salzlecksteine und spezielle Spielzeuge für Pferde, wie Spiel- und Futterbälle, können ebenfalls Abhilfe gegen Langeweile schaffen.

Quelle: pixabay

Wir hoffen, dass unsere 5 Tricks dir & deinem Pferd helfen motiviert durch den Winter zu kommen. Euch hat unser Artikel gefallen? Dann schreib uns gerne in den Kommentaren, auch Anregungen und Feedback sind immer willkommen. Und nun heißt es: “Handy weglegen, rein in die Klamotten und los gehts!”. Viel Spaß!