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Das Gewicht des Pferdes mit einem Maßband ermitteln

Wie viel wiegt dein Pferd?

In der HorseAnalytics App kannst du das Gewicht deines Pferdes eintragen und regelmäßig aktualisieren. Es ist relevant, das Gewicht zu wissen, wenn dein Pferd eine Wurmkur oder eine Sedierung bekommen soll.⁠ Falls zu euch keine Pferdewaage kommt, kannst du das Gewicht auch mit Hilfe eines Maßbandes in cm selbst bestimmen.

  1. Miss den Brustumfang deines Pferdes in cm (Gurtlage)⁠
  2. Miss die Länge in cm von der Spitze der Schulter bis zum Sitzbeinhöcker⁠
  3. Brustumfang x Brustumfang x Länge / 11.877 

= Gewicht deines Pferdes in Kilogramm⁠ +/- 25kg

HorseAnalytics App

  • Gesundheitsmanagement (Krankheiten eintragen, Symptomtagebuch)
  • Stallmanagement (Termine, Behandlungen notieren)
  • Weidemanagement (Fruktanrisiko, Weidezeiten überwachen)
  • Trainingsübungen (Dressur, Springen, Stangen, Longieren etc.)

  

Entwurmung vom Pferd – Wie geht es richtig?

Praziquantel, Febantel, Pyrantel, Ivermectin oder Moxidectin? Das Fragezeichen wird immer größer? Keine Sorge, wir helfen Euch auf die Sprünge!

Der ein oder andere Stallbetreiber und Pferdebesitzer mag die genannten Wirkstoffgruppen mit Sicherheit schon mal gehört haben, denn die Rede ist von Wurmkuren!

Was bedeutet Wurmbefall?

Würmer gehören zu den sogenannten Endoparasiten, also solche, die den Körper von innen angreifen. Grob gesagt gibt es drei wesentliche Gruppen, die das Pferd betreffen und unter genannten Begriff fallen: Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln.

Zur gesundheitlichen Vorsorge und Erhaltung bei Pferden gehört die regelmäßige Entwurmung. Erfolgt diese, kann einem potentiellen Wurmbefall entgegengewirkt werden. Aber wann und womit werden Pferde am besten entwurmt? Genau diese Fragen wollen wir heute beantworten. 

Zu Beginn wollen wir allerdings erst einmal zeigen, wie die HorseAnalytics App dabei helfen kann. Du siehst auf den folgenden Screens den Aufbau der App. Hier können alle Termine egal ob Tierarzt, Wurmkur, Hufschmied oder Fütterung organisiert und verwaltet werden. So kannst du dir sicher sein, dein Pferd auf die bestmögliche Art und Weise zu entwurmen und gesund zu erhalten. 

Lade dir die App im App Store oder Play Store ganz einfach herunter und probier’s direkt aus! Klick dazu einfach auf den entsprechenden Button weiter unten.

HorseAnalytics, Management, Pferdemanagement

Ein wurmfreies Pferd – geht das?

Um die Frage vorab direkt beantwortet zu haben: Nein.

Gänzlich wurmfreie Pferde gibt es nicht. Eine Ansteckung mit Parasiten kann nicht umgangen werden. Das bedeutet jedoch keine Ausweglosigkeit: Ein gewisser Wurmbefall ist sinnvoll, damit sich das Immunsystem des Pferdes damit auseinandersetzen und dem geringen Wurmbefall entgegenwirken kann. Ein gesundes Pferd hat in der Regel keine Probleme mit einem geringen Parasitenbefall und hält somit den körpereigenen Abwehrmechanismus auf Trab.

Eine Parasitenbekämpfung – in diesem Fall das Entwurmen – verfolgt daher auch nicht vorrangig das Ziel, Würmer komplett zu bekämpfen, sondern den Befall auf ein erträgliches Niveau zu senken und auf ein Minimum zu reduzieren, um erneute Erkrankungen und Schädigungen vorzubeugen. Im Übrigen ist eine komplette Ausrottung schier unmöglich: Die Entwicklungskreisläufe der Parasiten sind gut an die der Pferde und deren Lebensräume angepasst und eine Wiederansteckung nur schwer zu verhindern. An sich keine große Sache, wenn es da nicht die Resistenzen gäbe.

Bäume und Sträucher für Pferde

Aber wie wird richtig entwurmt?

Erwachsenen Pferden werden zwischen zwei und vier Wurmkuren pro Jahr verabreicht. In der Regel sind Parasiten zu allen vier Jahreszeiten aktiv, ganz besonders aber im Frühjahr und im Herbst. Wie man merkt, sind besonders zwei Termine wichtig: Zu Beginn der Weidesaison und gegen Ende, wenn die Koppelsaison eingestellt wird. Da die Weide jedoch die häufigste Infektionsquelle darstellt, empfiehlt es sich auch während der grünen Saison zu entwurmen. „Aber nun weiß man doch noch immer nicht, welchen Wirkstoff man geben soll!“ – Richtig. Einen Pauschalwirkstoff für alle Parasitengruppen gibt es nicht, deshalb kommt es darauf an, zu welcher Jahreszeit welcher Wirkstoff verabreicht wird.

Im Frühjahr ist es sinnvoll, den Fokus auf Rundwürmer, im Sommer auf Rund- und Bandwürmer und am Ende der Koppelsaison auf Magendasseln zu legen.

Na, dann schnell besorgen und meinem Pferd verabreichen!

Ganz so einfach gestaltet sich das Entwurmen nicht. Eine Wurmkur macht nur dann Sinn, wenn alle Bestandspferde an einem Stichtag mit demselben Wirkstoff behandelt werden.
Und hier kommen auch schon die Begriffe der strategischen (nachhaltigen) und selektiven (zeitgemäßen) Entwurmung ins Spiel, denn beim Thema Wurmkur scheiden sich die Geister.

Strategische Entwurmung

Strategisch angegangen werden kann das Entwurmen, indem das Pferd 4-mal im Jahr standardmäßig entwurmt wird. So handhaben es die meisten Ställe – wenig Aufwand und der komplette Bestand auf ein Mal. Das bringt allerdings auch Nachteile mit sich, und hier kommen wir wieder zum Begriff der Resistenzbildung.
Parasiten können mit der Zeit Resistenzen gegen Inhaltsstoffe der Wurmkuren entwickeln, sodass die Wirkung quasi erfolglos ist. Da mehr und mehr Resistenzen festgestellt wurden, setzt sich mittlerweile die Form der selektiven Entwurmung durch. Um Resistenzen bei Parasiten zu vermeiden, ist es im Hinblick auf die strategische Entwurmung äußerst wichtig, die Wirkstoffe der Entwurmungsmittel regelmäßig zu wechseln. Wirkstoffgruppen sollten daher jedes Jahr ausgetauscht werden.

Selektive Entwurmung

Die selektive oder auch zeitgemäße Entwurmung ist mit mehr Aufwand behaftet. Regelmäßig werden hierbei Kotproben des Pferdes an den Tierarzt oder das Labor geschickt, welche die Proben anschließend untersuchen und spezifisch darauf entwurmen. Allerdings nur, wenn die Kotproben auch wirklich Parasiten enthalten.
Blickt man nun auf einen kompletten Pferdebestand, so müssen von allen Pferden gleichzeitig Kotproben entnommen und eingeschickt werden. Dieser Vorgang wird über mehrere Monate hinweg durchgeführt. Positiv hierbei ist, dass man dem Pferd nur dann eine Wurmkur verabreicht, wenn ein parasitärer Befall besteht. So landet keine Chemie in eurem Pferd, wenn es nicht notwendig ist.

Weitere Tipps

Ob nun strategisch oder selektiv muss jeder Pferdebesitzer und Stallbetreiber für sich und im Namen seiner Pferde selbst entscheiden – mit dem Entwurmen allein ist es jedoch nicht getan.

Stall, Paddocks und Koppeln sollten regelmäßig und gründlich abgeäppelt werden. Besonders nach der Behandlung mit einer Wurmkur kann es bei einem parasitären Befall vorkommen, große Mengen an Eiern, Larven und Würmern im Pferdekot vorzufinden. Um eine neue Infektion oder die Ansteckung anderer Pferde zu verhindern, empfiehlt es sich also besonders gründlich beim Säubern der oben genannten Orte zu sein. Betreibt man eine gute Stall-, Paddock – und Weidepflege, haben die Parasiten weniger Chancen.

Wie handhabt ihr dem Umgang mit dem Entwurmen eurer Pferde? Strategisch oder selektiv?

Cushing Tagebuch, digitale Gesundheitsakte

Für dich steht die Gesundheit deines Pferdes an erster Stelle?

Dann lade die HorseAnalytics App jetzt herunter – klick dafür einfach auf den entsprechenden Button zum Google Play Store oder App Store

Pferd angrasen – So geht beim Anweiden nichts schief!

Auf die Weide, fertig, los!

Stopp. Ganz so schnell nun doch wieder nicht.

Die einen tun es bereits im Februar, der Großteil Ende März/Anfang April und wiederum andere gar nicht. Die Rede ist vom Anweiden. Warum Anweiden so wichtig ist und weshalb man die Zeit bis zum ersten Koppelgang nicht überstürzen sollte, erfahrt ihr im heutigen Blogbeitrag.

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Corona – Tipps für Pferd und Reiter

Es gibt womöglich keinen Ort, der nicht von der Corona-Krise betroffen ist.
Reitbetriebe und Pferdestallungen bilden die noch einzige Ausnahme an Sportstätten, die nicht geschlossen werden müssen – zum Glück. Deshalb sollten wir natürlich stets vorbildlich und umsichtig handeln und agieren, damit das auch so bleibt und wir Pferdebesitzer weiterhin zu unseren Pferden dürfen.

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Wurmkurgabe?

Wurmkur- strategisch oder selektiv?

Seit einigen Jahren beschäftigt Parasitologen, Tierärzte und auch Pferdebesitzer ein Problem: Würmer werden zunehmend resistent gegen die verfügbaren Wirkstoffe in Wurmkuren, doch Alternativen sind nicht in Sicht. Was ist zu tun? Es steht die selektive Entwurmung der strategischen “alten” Entwurmungsstrategie gegenüber. Wir haben beide Methoden für euch unter das Mikroskop gelegt.
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Die Qual der Wahl – warum dir dein Bauchgefühl beim Eindecken nicht weiterhilft!

Winterzeit ist Deckenzeit

Beachtet man die ganzen Artikel, Blogs oder Stallgespräche zu diesem Thema, die derzeit gehäuft auftauchen, könnte man das zumindest denken. Sicherlich erreicht die Zahl der eingedeckten Pferde im Winter ihren Höhepunkt. Jedoch spielen verschiedene Decken heutzutage das ganze Jahr über eine Rolle. Im Winter kommen Stalldecken oder Winterdecken, im Sommer Fliegendecken oder Ekzemerdecken und Regendecken kommen zu den verschiedensten Jahreszeiten zum Einsatz.

Doch welchen Einfluss hat das Eindecken eigentlich auf das Wohlbefinden des Pferdes?
Wir zeigen dir, was du unbedingt im Hinterkopf behalten solltest, wenn du dein Pferd eindeckst.

Warum decken wir unsere Pferde überhaupt ein?

Jede Decke hat eine bestimmte Funktion, die dein Pferd im richtigen Moment unterstützen kann. Im Winter spielt vor allem das Wetter eine große Rolle bei der Wahl der richtigen Decke. Kälte, vermehrter Niederschlag oder Wind, davor sollen Winterdecken schützen.

Eindecken oder nicht?

Regendecke oder doch lieber die 200-Gramm-Decke?

Was für eine Decke brauche ich, wenn mein Pferd geschoren ist?

Fragen über Fragen, die einen manchmal ganz schön zum Verzweifeln bringen können.

Eine interessante Beobachtung ist, dass viele sich bei der Wahl der richtigen Decke ausschließlich Gedanken machen, ob das Pferd frieren könnte. Dieser Gedanke ist womöglich im menschlichen Empfinden verankert. Häufig wird nicht beachtet, dass die Thermoneutralzone (TNZ) sich von Art zu Art, wie beispielsweise zwischen Pferden, Hunden oder Schweinen, unterscheiden. Die Thermoneutralzone wird auch Behaglichkeitsbereich genannt und beschreibt den Temperaturbereich, in dem sich ein Lebewesen in Bezug auf die Umgebungstemperatur wohlfühlt, da die erzeugte Wärme konstant bleibt und weder Energie für mehr Wärme oder Abkühlung aufgebracht werden muss. Betrachtet man die Thermoneutralzone (TNZ) eines Menschen, welche ca. zwischen 25-32 °C (unbekleidet) liegt, kann man feststellen, dass ein Mensch ohne Kleidung bereits bei ca. unter 25 °C anfängt zu frieren und somit mehr Wärme produzieren muss. Bei Pferden hingegen liegt die TNZ in etwa zwischen -15 bis 25 °C. Das bedeutet, Pferde haben eine deutlich höhere Toleranz gegenüber Kälte, als gegenüber Hitze. In unserer Klimazone ist Pferden somit tendenziell im Sommer eher zu warm, als dass sie im Winter frieren. Verlässt man sich beim Eindecken also auf sein eigenes Temperaturempfinden, fällt die Wahl schnell mal auf eine sehr warme Decke. Aber Achtung, denn auch eine Überhitzung kann für das Pferd eine massive Belastung sein und zum Beispiel zu Kreislaufstörungen bis hin zu Kreislaufversagen führen.

Vergiss daher nie, dass mit einer Decke die natürliche Thermoregulation des Pferdes beeinflusst werden kann.

Kim Hodgess, einer Masterstudentin aus England, hat sich dem Thema angenommen und die Wirkung verschiedener Pferdedecken auf die Körpertemperatur des Pferdes untersucht. In ihrer Studie wurden Pferde die eine Ekzemerdecke, eine Fleecedecke, eine leichte Stalldecke und Pferde die keine Decke trugen, hinsichtlich ihrer Oberflächentemperatur miteinander verglichen. Für die Messung wurde an jedem Pferd ein Temperatursensor im Bereich an der Hüfte angebracht, welcher die Oberflächentemperatur misst. Zusätzlich wurde die Umgebungstemperatur erfasst, um hinterher die Veränderungen bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen nachvollziehen zu können. Die Studie zeigte einen Temperaturanstieg der Oberflächentemperatur, die Temperatur, die an der Oberfläche des Pferdes messbar ist (sie ist nicht mit der Körperkerntemperatur gleichzusetzen), von 4,2 °C bei Pferden mit einer Ekzemerdecke, von 11,2 °C bei Pferden mit einer Fleecedecke und von 15,8 °C bei Pferden die eine leichte Stalldecke trugen. Bei einer Umgebungstemperatur von 4-5°C hatten vier der eingedeckten Pferde eine Oberflächentemperatur von 24-30 °C während die nicht eingedeckten Pferde eine Oberflächentemperatur von 12,5-18,5 °C hatten. Die Ergebnisse konnten zeigen, dass bei eingedeckten Pferden ein deutlicher Anstieg der Oberflächentemperatur, sogar über die für Pferde angenehmen Temperaturen, auftreten kann. Die natürliche Thermoregulation wird gestört, indem die Pferde nun einen Wärmeausgleich, mit einhergehendem Energieverlust, schaffen müssen, welcher normalerweise nicht aufgetreten wäre.
Natürlich ist der Einsatz von Decken in vielen Situationen durchaus sinnvoll, wichtig ist dabei, dass hier individuell auf das Pferd abgestimmt wird, welche Decke die richtige ist. Faktoren wie Alter, Größe, Temperament, Rasse, Haltungsform, eine Schur beeinflussen die Wahl der richtigen Decke.

Zum Beispiel stehen Pferde im Stall häufig windgeschützter als im Offenstall. Pferde die keine Möglichkeit haben sich auf der Weide unter zu stellen, können durch eine Regendecke vor Dauerregen zusätzlich geschützt werden. Ist dein Pferd geschoren, so ist die Thermoregulation besonders an den geschorenen Stellen verändert. Da Fell , neben der Fettschicht und der Durchblutung, eine Teilmaßnahme der Thermoregulation ist, kann hier eine Decke das fehlende Fell ausgleichen und somit die Thermoregulation unterstützen.

Merke: Hast du dich einmal fürs Eindecken entschieden, musst du auch dabei bleiben, zumindest für diesen Winter, da die Thermoregulation bei eingedeckten Pferden nicht trainiert wird.

Behalte immer im Hinterkopf, dass die Thermoneutralzone deines Pferdes nicht deiner eigenen entspricht! Auch wenn du selber vielleicht gerade frierst, kann es sein, dass dein Pferd sich gerade so richtig wohlfühlt. Wenn du dir unsicher bist, welche Decke bei welchem Wetter geeignet ist und lieber auf Nummer sicher gehen willst, versuch es doch mal mit einem Deckensensor. Dieser zeigt dir die Temperatur und Feuchtigkeit unter der Decke an und kann dich in deiner Entscheidung, welche Decke gerade die richtige ist, unterstützen. Verschiedene Firmen stellen diese Deckensensoren bereits her, unter anderem Horseware (Horsepal) und Arioneo (Orscana) Ansonsten kann man nur sagen, weniger ist oft mehr!

Dir hat unser Blogartikel gefallen? Du hast Themen die dich besonders interessieren? Dann schreib uns gerne unten in den Kommentaren. Wir freuen uns über Anregungen und Feedback!

Haarige Angelegenheit – das Wichtigste zum Fellwechsel

Wenn die Tage endlich wieder länger werden und der Frühling den Winter ablöst, dann werfen wir die dicken Winterjacken in den Keller und können das wärmere Wetter kaum erwarten. Das kostet uns keine große Anstrengung. Der Organismus unserer Pferde leistet hingegen Schwerstarbeit, um sich auf die neuen äußeren Bedingungen einzustellen. Das dichte, warme Winterfell wird durch ein kurzes Sommerfell ersetzt. So ein Fellwechsel benötigt nicht nur Energie, sondern auch Zeit. Abhängig von den Witterungsbedingungen und der Haltungsform, kann sich der Fellwechsel bei Pferden über wenige Wochen bis hin zu Monaten erstrecken.

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Gangartenanalyse, Trainingsanalyse Pferd

Bye bye Winterblues – 5 einfache Tricks, wie du und dein Pferd dem Winter die kalte Schulter zeigen!

Wenn es Morgens beim Aufstehen noch dunkel ist und wir Schal und Mütze anziehen, um vor die Tür zu gehen, ist er wieder da – der Winter! Eine Jahreszeit, die viele von uns Reitern sicherlich gerne streichen würden und trotzdem kommt er immer schneller als einem lieb ist. Im Stall laufen die Schermaschinen auf hochtouren, man steht wieder vor dem ewigen Winterdeckenfiasko und in der Reithalle drängeln sich die Berufstätigen nach Feierabend.

Kein Grund sich auf der Couch zu verkriechen!

Wir zeigen dir, wie du Licht in die dunkle Jahreszeit bringst, um gesund, fit und bestens vorbereitet in den Frühling zu starten.

Abwechslung gegen den Reithallenkoller 

Abwechslung ist das A und O, um den Trainingsalltag etwas aufzulockern.

Neue Reize tun nicht nur dem Reiter gut, sie fördern auch beim Pferd die Konzentration und Motivation. Statt fleißig Dressurlektionen zu üben, einfach mal neue Wege im Gelände erkunden. Besonders spannend ist es, die gerittene Strecke mit der Gaits Analysis in der HorseAnalytics App aufzunehmen und anschließend zu Hause, bei einer heißen Tasse Tee, revue passieren zu lassen. 

Auch Stangengymnastik, Cavalettitraining, Doppellonge oder Bodenarbeit sorgen für gern gesehene Abwechslung. Lehrgänge sind eine tolle Möglichkeit sich gezielt an neue Aufgaben zu wagen, man kommt mal raus und kann ganz neue Seiten des Trainings für sich entdecken.

Richtiges Aufwärmen

Kalte Muskeln sind weniger elastisch, deshalb hat richtiges Aufwärmen, gerade im Winter, allerhöchste Priorität, um Verletzungen vorzubeugen. Besonders bei alten Pferden merkt man, dass sie im Winter mehr Anlaufzeit benötigen. Ein guter Grund, das Ganze etwas gelassener anzugehen. Aber wie? Die Aufwärmphase zeichnet sich vor allem durch langes Schrittreiten aus, lieber zu lange als zu kurz, versuche 20 min Schritt zu reiten. Mit der Gaits Analysis lässt sich die Schrittdauer der Aufwärmphase ganz einfach und objektiv überprüfen. 

Auch Dehnungsübungen vor dem Reiten können in der Aufwärmphase eingesetzt werden. Stelle dich neben das Pferd und versuche mit einem Leckerli eine Dehnung des Halses nach links unten (rechts unten) zu erarbeiten. Für eine Dehnung der Oberlinie muss das Pferd den Kopf nach unten zum Huf führen, die Hals- und Rückenmuskulatur wird durch eine Bewegung des Kopfes nach unten und vorne gedehnt (das Pferd muss dabei stehen bleiben).

Das Ganze gilt natürlich nicht nur für dein Pferd, auch du solltest dich vor dem Reiten aufwärmen. Wie wäre es, die ersten 5 min selbst zügigen Schrittes zu führen? Nutze vor dem Aufsteigen die Aufstiegshilfe, um dich zu dehnen. Stelle dich zum Beispiel mit den Zehenspitzen auf die untere Stufe und dehne die Ferse nach unten. Wenn du aufgesessen bist, strecke die Arme aus und drehe den Oberkörper einmal nach links und nach rechts, dabei bleibt die Hüfte gerade. Versuche anschließend mit deiner linken Hand deine rechte Fußspitze (dasselbe auch mit rechts) zu berühren. Fühlst du einen Unterschied beim Reiten?

Einen Plan haben

Nutze die Zeit am Sonntagabend, um einen Trainingsplan für die kommende Woche zu entwickeln. Festgesteckte Ziele motivieren dich, sie auch einzuhalten. Verabrede dich zum gemeinsamen Training mit einer Freundin, dann hast du keine faule Ausrede mehr.

Wellnesstage

So stärkst du die Bindung zu deinem Pferd. 

Für viele ist gründliches Putzen bloß ein Mittel zum Zweck, doch dahinter steckt so viel mehr. Eine ausgedehnte Massage ahmt die Fellpflege unter Pferden nach und ist wichtig für die soziale Bindung zu deinem Pferd. Beobachte dein Pferd dabei, so kannst du herausfinden, an welchen Körperstellen es besonders angenehm oder unangenehm ist, welche Druckintensität oder welche Bürste es mag. Viele Pferde bevorzugen Stellen, an denen sie selbst schlecht ankommen, wie hinter den Ohren, die Innenseite der Flanke, oder mittig unterm Bauch. Hierbei gilt: “Probieren geht über studieren!”. Lass dir genug Zeit, um verschiedene Variationen auszuprobieren.

Für ein schönes Wellnessprogramm eignen sich auch Solarium und Magnetfelddecke. Letztere revitalisiert die Zellen und fördert die Durchblutung im Gewebe. Entspannung und Erholung der Muskulatur werden dadurch gefördert. Bevor du in eine eigene Magnetfelddecke investierst, frage bei Freunden aus dem Stall, ob du dir ihre Decke einmal leihen kannst. So kannst du vorab testen ob, und wie dein Pferd diese annimmt.

Der Kälte trotzen

Der Zwiebellook macht es möglich.

Die richtige Kleidung ist im Winter besonders wichtig. Sie sollte vor Regen und Schnee schützen, wärmen, einfach an- und auszuziehen sein. Gegen einen kalten Kopf unterm Reithelm, insbesondere beim Ausreiten, helfen spezielle Unterziehmützen für Helme.

Auch für das Pferd kann man viele winterliche Situationen angenehmer gestalten. Um das sensible Pferdemaul zu schützen, sollten Gebisse vor dem Reiten angewärmt werden, (!) mache immer den Fühltest, denn genauso unangenehm wie ein zu kaltes, ist ein zu heißes Gebissstück.

Sollten die Bodenverhältnisse dafür sorgen, dass sich die Zeit in der Box verlängert, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dein Pferd zu beschäftigen. Äste zum knabbern werden von vielen Pferden als willkommene Abwechslung angenommen. Frage bei euch im Stall, ob jemand einen Obstbaum im Garten hat, die Äste von Apfel-, Pflaum- oder Birnbäumen eignen sich beispielsweise für Pferde (bei Obstbäumen ist es wichtig, dass diese nicht gespritzt sind). Alternativ eignen sich auch Weiden- und Birkenäste. Natürlich gibt es noch andere Arten, die sich eignen, jedoch auch unverträgliche oder sogar giftige Bäume.  Solltest du dir unsicher sein, ziehe einen Experten zu rate und informiere dich vorab gut.

Natürliche Salzlecksteine und spezielle Spielzeuge für Pferde, wie Spiel- und Futterbälle, können ebenfalls Abhilfe gegen Langeweile schaffen.

Wir hoffen, dass unsere 5 Tricks dir & deinem Pferd helfen motiviert durch den Winter zu kommen. Euch hat unser Artikel gefallen? Dann schreib uns gerne in den Kommentaren, auch Anregungen und Feedback sind immer willkommen. Und nun heißt es: “Handy weglegen, rein in die Klamotten und los gehts!”. Viel Spaß!